FotografieFotoschuleKapitel 1 - Praxis

Menschen zu fotografieren ist einer der schwierigsten Bereiche der Fotografie. So ziemlich alles was bei irgendeinem anderen Motiv wichtig ist, ist auch hier wichtig – alles auf einmal.

Zudem ist ein Mensch, solange er nicht tot ist, ein sich bewegendes Motiv. Die Mimik, Gestik und Körperhaltung muss ebenso stimmen wie Makeup und Kleidung. Schwierig gestaltet sich auch die richtige Beleuchtung der Person.

Oftmals wird versucht den porträtierten Menschen hervor zu heben, indem man ihn scharf vor einem unscharfen Hintergrund abbildet.

 

Bildaufbau:

  • Bei Gruppenbildern darauf hinweisen, dass jeder der die Kamera sieht auch von der Kamera gesehen wird. So vermeidet man verdeckte Personen. Durch das laute Runterzählen und auf Null auslösen verhindert man Blinzler.
  • Die Fotografierten Personen sollten sich wohl fühlen und in die Bildgestaltung mit einbezogen werden. Man sollte ihnen sagen, wie man die Szene gestalten will und warum auf diese Art. Zwischendurch immer die gemachten Fotos zeigen.
  • Kopf oder Augen sollten im goldenen Schnitt liegen.
  • Im Weitwinkel fotografieren, wenn viel Hintergrund zu sehen sein soll.
  • Körperhaltung:
    • Hüfte frontal zur Kamera macht breiter
    • Die Schultern sollten niemals eine horizontale Linie formen
    • Eine Schulter macht schlanker
    • Blick über die Schulter wirkt kess und macht ein rundes Gesicht schmaler
    • IdR sollte die Wirbelsäule nicht komplett gerade sein.
    • Kopf nach unten wirkt unterwürfig
    • Blick und Laufrichtung sollten immer in Richtung Bildmitte gehen, nicht aus dem Bild heraus. In Blickrichtung sollte auf dem Bild noch etwas Platz frei sein.
    • Blick nach links (also gegen die Leserichtung) = Blick zurück in die Vergangenheit
    • Blick nach rechts = Blick in die Zukunft
    • Leicht eingedrehte Schulter und Blick in die Kamera bewirken einen offenen, lockeren und freundlichen Ausdruck.
    • Der Blick von oben in die Kamera lässt Personen überlegen, selbstbewusst kühl und erhaben wirken.
    • Fotos von zu weit unten bzw. aus der Froschperspektive vermeiden, da sie ein Doppelkinn verursachen und die Körperproportionen zu sehr verzerren.
    • Der direkte Blick in die Kamera wirkt selbstbewusst und verstärkt die Bildwirkung.
    • Blick von unten in die Kamera macht das Motiv klein und verletzlich. Dieser Effekt wird verstärkt, wenn der Blick nicht direkt in, sondern über die Kamera geht.
    • Nicht das Kinn heben um ein Doppelkinn zu vermeiden. Lieber den den Kopf etwas senke und ihn dafür leicht nach vorne strecken.
    • Der Kopf sollte gerade bleiben. Besonders Frauen neigen ihn oft zur Seite, wenn sie freundlich gucken.
    • Schmale Personen können die Hände in die Hüfte legen um die Schultern zu verbreitern.
    • Berührungen, beispielsweise mit der Hand im Gesicht, nur andeuten. So wird die Haur im Gesicht durch die Hand nicht verschoben.
    • Hände nicht frontal, sondern seitlich zur Kamera.
    • Hände auffächern.
  • Hohe Schuhe oder das Stehen auf Zehenspitzen erhöhen die Körperspannung.
  • Hände im Gesicht wirken bei Porträts schnell überproportional groß. Besonders, wenn sie weit vom Kopf in Richtung Kamera abstehen. Zu großflächige Handflächen vermeiden wie den Handrücken frontal zur Kamera.
  • Der auf die Hand gestützte Kopf mit zur Kamera zeigender Handfläche ist eine eher männliche Pose. Frauen sollten die Hand eher öffnen und sie seitlicher zur Kamera halten.
  • Sprünge wirken aus Froschperspektive höher
  • Auf die Augen fokussieren, da hier der schärfste Bildbereich liegen sollte. Bei seitlichen Porträts auf das vordere Auge. Bwi Augen mit gleichem Abstand zur Kamera aber unterschiedlichen Lichtverhältnissen auf das hellere Auge.
  • Ein Kopf darf ruhig beschnitten (der Kopf ist nicht vollständig auf dem Foto zu sehen) sein, da ein enger Bildausschnitt mehr Dynamik bringt.
  • Strahlende Gesichter (z.B. beim Geschenkeauspacken) durch engen Bildausschnitt betonen
  • Klassisches Modefoto: Helle Personen vor dunklem Hintergrund und umgekehrt
  • Zu vermeidende Kleidung: Schwarzes (Verliert Struktur), Weißes (Überstrahlt), klein kariert oder gestreiftes beginnt zu flackern (Moiré), grelle Farben bereiten dem Sensor durch die feinen Tonwerte Schwierigkeiten und können die Haut blass aussehen lassen. Die Kleidung sollte sich aber gut vom Hautton abheben.
  • Gut geeignet ist schwarz-weiße Kleidung mit wenig Aufdruck, großen, gleichmäßigen Mustern und ohne Firmenlogos. Bei Porträts sollte die Kleidung dezent sein um nicht zu sehr vom Gesicht ablenken.
  • Der Bildrand sollte nicht durch Gelenke verlaufen
  • Da der Blitz einiges an Farbe schluckt, darf man sich ruhig etwas stärker Schminken als sonst
  • Durch einen nach oben gerichteten Blick in die Kamera wirken die Augen größer
  • Die Augen sollten etwa ein Drittel unterhalb der Bildoberkante liegen
  • Um eine Verzerrung zu vermeiden sollte die Kamera nicht gekippt werden um Verzerrungen des Körpers oder des Gesichts zu vermeiden
  • Darauf achten, dass keine Gegenstände, z.B. Laternen, „aus den Köpfen“ wachsen.
  • Im Querformat wirkt ein Gesicht fülliger, Hochformat schmeichelt dem Gesicht.
  • Besonders bei unruhigen Hintergründen sollte ein geringer Schärfebereich gewählt werden um das Motiv vom Hintergrund abzuheben.
  • Um Kinder dazu zu bringen in die Kamera zu schauen und sie zu beschäftigen kann man sie ihr Spiegelbild im Objektiv suchen lassen.
  • Fotografiert man Kinder, regelmäßig Pausen einlegen.
  • Die gewünschte Mimik kann den Kind vorgemacht werden. Dies dient gleichzeitig der Belustigung des Kindes.
  • Gestellte Fotos machen Kindern meistens keinen Spaß. Statt Kinder in Szene zu setzen, kurz warten. Sie setzen sich schnell selber in Szene.
  • Kinder nicht von oben herab, sondern auf Augenhöhe fotografieren. Oder sogar aus der Froschperspektive.
  • Schnell sind fotografierenswerte Momente (Mimik, Gestik, Handlung) von Kindern vorbei. Dabei den richtigen Moment zu erwischen hilft die Serienbildfunktion.
  • Um Reflexe in Brillen zu vermeiden sollte man auf einen Blitz verzichten. Ist dies nicht möglich sollte der Brillenträger direkt in die Kamera schauen. So werden Reflektionen vermindert. Indirekt über die Decke zu blitzen oder die Lichtquelle sehr hoch zu platzieren sind weitere Möglichkeiten.
  • Um eine Aussage über die Persönlichkeit einer fotografierten Person zu treffen kann sie an einem aussagekräftigen Ort fotografiert werden (Sportplatz, Bibliothek…)
  • Haare können mit einem Ventilator zum wehen gebracht werden.
  • Gruppenfotos:
    • Bei Gruppenfotos mit Personen in mehreren Reihen sollten die Großen nach hinten und die kleinen nach vorne, damit niemand verdeckt wird. Die vorderste Reihe kann sich hin knien. Die hinterste Reihe könnte erhöht aufgestellt werden. Beispielsweise auf einen Bordstein.
    • Fotografiert man von einem erhöhten Standpunkt, verhindert man durch den geänderten Blickwinkel verdeckte Gesichter.
    • Im Freien wirken Fotos freundlicher und natürlicher als in Räumen.
    • Der Hintergrund sollte etwas mit der Gruppe oder dem Event zu tun haben.
    • Blende öffnen um die Gruppe hervor zu heben und den Hintergrund verschwimmen zu lassen.
    • Leicht in den Telebereich gehen um die Gruppe kompakter wirken zu lassen.
    • Um geschlossene Augen zu vermeiden, kann man die Gruppe die Augen schließen lassen und auf Kommando wieder zu öffnen. In den ersten Sekunden danach sollten alle Augen noch offen sein. Es können auch mehrere Fotos in kurzer Zeit aufgenommen und später in der Bildbearbeitung Gesichter mit geschlossenen Augen ausgetauscht werden.
    • Scherze:
      • Alle die Augen schließen lassen um sie bei drei zu öffnen. Man fotografiert aber schon vorher, wenn alle Augen geschlossen sind. Alternativ kann nur einer die Augen offen lassen, wärend alle anderen sie geschlossen haben.
      • Das auslösen ankündigen, damit alle still halten. Stattdessen macht man aber ein Video. Auch möglich ist es einen Selbstauslöser vorzutäuschen und sich als Fotograf nach dem Starten des Videos bzw. des vermeindlichen Selbstauslösers, zu den anderen zu stellen.
      • Wenn in der Gruppe sehr viele Fotografen sind können auf ein Zeichen hin bestimmte Teile der Gruppe ihren Blitz auslösen. Beispielsweise von links nach rechts. Um ein rechtzeitiges Auslösen zu gewährleisten, sollten alle den Auslöser halb herunter drücken um zu fokussieren.
  • Es muss nicht immer möglichst viel aufs Foto. Oft ist es besser einen engen Bildausschnitt zu wählen.
  • In Blickrichtung der Person sollte genug Platz sein, da der Betrachtende der Blickrichtung folgt. Ein enger Anschnitt kann eine Beklemmende Wirkung haben.
  • Blenden Sonne oder Reflektor zu stark, können die Augen bis zum Foto geschlossen bleiben.
  • Ist die fotografierte Person unsicher, kann man ihr ein Accessoire in die Hand geben, an dem sie sich festhalten kann. Oft weiß man sonst nicht, was man mit den Händen machen soll. Zudem kann man das Foto mit dem Accessoire in eine thematische Richtung lenken.
  • Durch einen Lichtreflex in den Augen wirkt das Foto lebendiger. Dieser Lichtreflex sieht am besten auf 10 oder 2 Uhr auf oder an der Pupille aus.
  • Darauf achten, dass hinter dem Porträtierten nicht gleich der Hintergrund kommt, sondern dieser für ein schönen Unschärfebereich erst weit hinter dem Motiv kommt.
  • Hände in die Hüfte verbessern die Körperhaltung
  • Kinn leicht senken
  • Kopf nach vorne strecken. Wird offenblendig fotografiert liegen Schultern und Oberkörper weiter weg vom Fokuspunkt auf den Augen.
  • Schultern eher nach vorne als nach hinten lassen sie breiter wirken.
  • Model kann zum Shooting ein Oberteil anziehen, bei dem man die Träger so runter ziehen kann, dass die Schultern frei sind.
  • Als Hintergrund für ein Porträt kann auch eine große Softbox genommen werden. Sie erzeugt ein sehr gleichmäßigen Hintergrund, den man ansonsten nur mit mehreren Lichtquellen so gleichmäßig ausleuchten könnte.
  • Fotografiert man in dunkler statt heller Umgebung sind Pupillen sehr groß. Die interessante Iris ist nur noch als dünner Kreis um die Pupille zu sehen.
  • Auf Reflektionen im Auge achten und sie gezielt gestalten.
  • Bildidee Gruppenfoto: Alle schließen die Augen, bis auf einer.
  • Bildidee Bewegung:
    • Jemanden auf sich zu joggen lassen. Tiefer Blickwinkel. Serienbildfunktion mit kontinuierlichem Fokus nutzen.
    • Person steht entspannt, zum Beispiel mit den Händen in der Hüfte. Dann in die Knie gehen und hoch springen. Dabei die Fußspitzen im Sprung anziehen, damit es aussieht, als würde die Person in der Luft stehen. Beine im Sprung nicht zu sehr durchdrücken. Den Sprung mit tiefem Blickwinkel, Serienbildfunktion und sehr kurzer Verschlusszeit fotografieren.
  • Bildidee Ballons:
    • Gasgefüllte Ballons an die Haare binden und erst einmal festhalten. Wenn man sie los lässt kann man einfangen, wie die einzelnen Haarsträhnen nach oben steigen.
    • Ein Kleid oder Bikini aus normalen Luftballons basteln.
    • Ein paar gasgefüllte Ballons an einer Schnur die nach oben steigen in der Hand halten und auf einen Hocker stellen. Der Hocker wird in der Bildbearbeitung wegretuschiert, damit es so aussieht, als würde man an den Ballons über dem Boden schweben. Oder auf den Hocker legen und Ballons an Arme und Beine binden.
  • Bildidee Levitation:
    • Wenn das Model ein Kleid trägtbund dabei auf einem Stuhl oder Tisch liegt, sollte der vordere Teil des Kleides länger sein als der hintere. In der Bildbearbeitung müsste man anderenfalls den Stoff der vom Stuhl verdeckt ist aufwendig ersetzen.4
  • Bildidee Mehl:
  • Bildidee Splash:
  • Bildidee künstlicher Schnee:
    Künstlicher Schnee kann mit Kartoffelbreipulver simmuliert werden. Eine kleine Hand voll vor dem Model in die Luft werden und fotografieren. Die Verschlusszeit solltest du kurz genug wählen, damit das Pulver keine starke Bewegungsunscharfe zeigt. Sonst sähe es eher aus wie Regen.
  • Bildidee Mit dem Hintergrund verschmelzen:
    Eine Person so hinstellen, dass Körperform und Farben der Kleidung mit dem Hintergrund übereinstimmen und so verschmelzen. Dabei mit geschlossener Blende fotografieren, damit Person und Hintergrund im Schärfebereich liegen und so noch homogener wirken.
  • Vor einem Shooting kann man in den sozialen Netzwerken nach Profilbildern des Motivs schauen, oder sich ein Handyfoto schicken lassen, um zu sehen, wie die Person gerade aussieht und vor allem wie sie sich selbst am liebsten sieht (Mimik, Perspektive…).
  • Bei Porträts im Freien kann man durch ein Büschel Gras fotografieren um Unschärfe im Vordergrund zu erzeugen. Das Gras kann natürlich gepflückt werden um es an die richtige Stelle zu halten.
  • Bei kleineren Personen leicht von unten fotografieren um sie nicht noch kleiner wirken zu lassen, was bei einer Perspektive von leicht oben der Fall wäre. Die Person sollte dabei den Kopf ein wenig neigen, damit nicht von unten in die Nasenlöcher fotografiert wird.
  • Auf ruhigen Hintergrund achten.
  • Anstatt „Lach mal.“ zum Model zu sagen kannst du auch „Erinnerst du dich an eine lustige Situation in den letzten Tagen? Stell sie dir mal vor.“ sagen. So erhältst du ein natürlicheres Lachen.
  • Wenn du vor dem Fotografieren einer Person runter zählst kannst du dabei ein kurzes Lachen einfügen. Meistens fängt die Person dann auch an zu Lachen und du erhältst somit ein natürliches Lachen. „3, 2 hehe, 1, klick.“
  • Arme nicht an den Körper drücken, da diese sonst dicker wirken.
  • Weit geöffnete Augen machen sympatisch, eher zusammengekniffene wirken fokussiert/zielgerichtet.

 

 

Blitz & Licht:

  • Schaut der Porträtierte direkt in die Kamera sollte der Vorblitz verwendet werden um die Pupillen zu verengen und so rote Augen (die Blutgefäße des Auges schimmern durch) zu vermeiden.
  • Durch eine offene Blende, einen geringen Motivabstand und eine lange Brennweite wird der Hintergrund unscharf. So wird das Motiv abgehoben und das Bild beruhigt. Das Motiv sollte dabei nicht direkt vor dem Hintergrund stehen um diesen Effekt zu ermöglichen und Schlagschatten durch den Blitz zu vermeiden.
  • Durch direktes (Sonnen-)Licht entstehen Schatten im Gesicht und Hautunebenheiten werden hervorgehoben. Daher direktes Sonnenlicht meiden.
  • Licht von vorne schmeichelt der Haut und den Gesichtszügen
  • Streiflicht von der Seite bringt Falten und Hautunreinheiten zum Vorschein und betont das Profil
  • Licht von oben sorgt für starke Konturen
  • Licht von schräg oben lässt das Licht natürlich wirken
  • Licht von schräg oben und unten leuchtet das Motiv gleichmäßig aus und lässt es weich erscheinen
  • Licht von schräg unten ist ein härteres Licht und erzeugt Dramatik
  • Gegen zugekniffene Augen oder gegen dunkle Augenhöhle wegen Sonnenschein helfen Hut oder Sonnenbrille. Da von dem Gesicht dann allerdings nicht mehr viel zu sehen bleibt empfiehlt es sich, das Gesicht im Schatten zu halten und es ggf. mit Reflektoren oder Blitz aufzuhellen.
  • Mit einem Reflektor sollte ein Gesicht nicht von unten aufgehellt werden. Kommt das Licht von unten, entstehen Schatten unter den Augen.
  • Bei seitlichem Licht wobei eine Gesichtshälfte im Schatten liegt sollen beide Augen im Licht sein.
  • Bei hartem Sonnenlicht können die Schatten mit einem Blitz aufgehellt werden. Da das Sonnenlicht schon hart ist, spielt es keine Rolle, ob der Lichtformer weiches oder hartes Licht liefert. Fotografiert werden sollte eher aus der Richtung des Blitzes aus.
  • Licht von hinten oder schräg hinten erzeugt Lichtkanten.
  • Die Sonne Schräg oben im Rückender Person kann verwendet werden, wenn direktes Sonnenlicht im Gesicht zu hart wirkt. Zusätzlich entstehen so Lichtkante. Und ein Schimmer in den Haaren.
  • Gegenlicht erzeugt einen goldenen Schimmer in den Haaren und hebt das Motiv durch eine Lichtkante vom Hintergrund ab. Gegebenenfalls den Blitz einschalten wenn das Gesicht zu dunkel ist. Das Gesicht sollte dabei komplett im Schatten liegen. Der Schatten des Motivs auf dem Boden verrät die genaue Position der Sonne und zeigt auf die Stelle, wo der Blitz stehen sollte.
  • Wenn die Sonne tief steht und zu fotografierende Person die Sonne nicht im Rücken hat, sondern die Sonne die Person von schräg hinten anstrahlt um eine Lichtkante zu erzeugen ist es von Vorteil, wenn sich im Rücken der Person kein Himmel befindet, da dieser leicht überstrahlt. Der Fotograf hingegen sollte freien Himmel im rücken haben, von wo aus Licht auf das Motiv fallen kann.
  • Scherenlicht hebt die Konturen hervor. Hierzu platziert man ein Licht Je rechts und links hinter der Person. Ein zusätzliches Hauptlicht kann ebenfalls eingesetzt werden.
  • Rembrandt Dreieck: Ein nach unten zeigendes Lichtdreieck auf der Wange der schattigen Gesichtshälfte
  • High Key schmeichelt der Haut und reduziert kleine Fältchen und Unebenheiten. Bei High Key so hell fotografieren, dass die Haut gerade noch nicht überstrahlt ist. Überwiegend helle Bildbereiche. Schatten durch gute Ausleuchtung durch mehrere Lichtquellen vermeiden. Da durch die fehlende Schatten ein spannungsarmes Bild entsteht empfiehlt es sich das Bild durch einen geringen Schärfebereich interessanter zu machen.
  • Low Key erzeugt geheimnisvolle Stimmung. Überwiegend dunkele Bereiche. Bereiche auf die Licht fällt begrenzen.
  • Bei High und Low Key darf es keine Über- oder Unterbelichtung der entscheidenden Bildbereiche geben. Diese sind immer korrekt belichtet.
  • Mit Reflektoren lässt sich das Sonnenlicht gezielt auf das Gesicht lenken. Silberne Reflektoren erzeugen ein natürliches Licht, goldene ein sehr warmes und eignen sich daher gut für Außenaufnahmen. Ist kein Reflektor zur Hand, kann diesen auch eine helle Hauswand oder ähnliches ersetzen.
  • Unregelmäßiges Licht, wie es z.B. bei durch Blätter fallende Lichtstrahlen erzeugt wird, meiden.
  • Hartes Licht erzeugt harte Schatten. Dies kann durch einen Diffusor zwischen Motiv und Blitz/Sonne vermieden werden. Butterbrotpapier eignet sich, um es als Diffusor auf den Blitz zu kleben. Verfügt man über einen Schwenkblitz kann man indirekt über die Decke blitzen.
  • Bei Nacht mit Blitz und einer Längeren Belichtungszeit (Langzeitsynchronisations Blitz) fotografieren um das Motiv auszuleuchten und einen stimmungsvollen Hintergrund zu erhalten
  • Augenringe und Doppelkinn durch waagerechten Reflektor auf Brusthöhe verringern
  • Um Spiegelungen in Brillengläsern zu vermeiden sollte der Blitz bzw. die Lichtquelle nicht parallel zu den Gläsern stehen.
  • Die Belichtungsmessung sollte per „Mittenbetont“ auf der helleren Seite des Gesichts durchgeführt werden.
  • Nicht zur Mittagszeit fotografieren, da die hochstehende Sonne nur kurze Schatten wirft, für dunkele Augenschatten sorgt, und ein hartes, weniger warm wirkendes Licht ausstrahlt.
  • Bei Brillenträgern vermeidet weiches Licht harte Schatten, die die Brille wirft.
  • High-Key mit natürlichem Licht: Sonne von schräg hinten, so dass der Hintergrund recht hell ist. Person hat die Sonne im Rücken und guckt auf eine weiße Wand. Diese wirkt wie ein Reflektor und hellt das Gesicht auf. Durch Belichtungskorrektur Anhebung das Bild etwas überbelichten.
  • Beim Low-Key überwiegen die dunklen Tonwerte. Low-Key bedeutet nicht unterbelichtet. Die bildwichtigen Bereiche müssen korrekt belichtet werden.
  • Beim High-Key überwiegen die hellen Tonwerte. Schatten sollten vermieden werden.
  • Wirkung von Lichtquellen:
    • Lichtquelle vorne schräg oben: Es entsteht ein Schatten unterhalb der Nase in Form eines Schmetterlings, daher Butterfly-Light. Schatten fallen nicht zur Seite sondern nach unten. Glamourös, edel. Universell einsetzbar, da sich das Model beliebig drehen kann, ohne dass Probleme mit Schatten auftauchen. Ggf. die Schatten mit einem Aufheller von vorne schräg unten aufhellen.
    • Lichtquelle direkt über dem Model (Hochfrontales Licht). Die Lichtquelle sollte dicht über dem Kopf hängen, groß sein und ein weiches Licht abgeben. Steht das Model am hinteren Ende des Lichtformers wird was Gesicht weich und flächig ausgeleuchtet. Je weiter es sich durch die Mitte in Richtung des vorderen Randes stellt, desto stärker treten Schatten im Gesicht auf. Für Frauen empfiehlt sich die Position am hinteren Rand. Die Lichtquelle sollte groß und das Licht weich sein.
      Sehr glamourös, da die Augen hier fast komplett im Schatten liegen ist meistens ein Aufheller nötig.
    • Lichtquelle schräg vorne (45°) schräg oben: Lässt herrschaftlich, mächtig aussehen. Macht schlank, da eine Gesichtshälfte im Schatten liegt. Auf der im Schatten liegenden Seite entsteht ein Lichtdreieck, daher Rembrandt-Licht genannt. Ist die Lichtquelle deutlich höher spricht man von Loop-Light. Hierbei ist die abgeschattete Gesichtshälfte besser aufgeleuchtet und der Nasenschatten geringer.
    • Lichtquelle schräg vorne (45°) mittig: Es entsteht ein Nasenschatten. Angsteinflößende, diabolische Wirkung.
    • Lichtquelle seitlich (90°) gerade oder schräg oben: Eine Seite im Schatten, daher Split-Light genannt. Starke Ausdruckskraft, dramatisch, mächtig, geheimnisvoll.
    • Lichtquelle schräg hinten (135°) schräg oben: Konturen entlang des Körpers werden beleuchtet. Sehr geheimnisvoll, Verborgenheit. Gute Vorlage für Low-Key.
    • Lichtquelle vorne schräg unten: sehr böse, bekannt aus alten Horrorfilmen.
    • Licht von rechts (von Fotografen aus) macht breiter.
    • Zangenlicht: Rechts und links vom Model je eine Lichtquelle auf Augenhöhe, die es „in die Zange nehmen“.  Die Lichtquellen können auf einer gedachten Kreisbahn um das Model verschoben werden, wobei das Licht immer in Richtung des Models zeigt. Zange öffnen und schließen. Dramatisch, eher für Männer je weiter die Lichtquellen nach hinten wandern.
    • Muschellicht: Eine Lichtquelle von vorne schräg oben und eine von vorne schräg unten. Der Lichtaufbau sieht aus wie eine geöffnete Muschel. daher der Name.
    • Zwei Striplights von vorne erzeugen einen Schlangenaugen Lichtreflex im Auge.
  • Wenn beim Fotografieren im Studio der Hintergrund gut ausgeleuchtet ist und das Model zu hell ist, kann auch das Model sich weiter nach hinten stellen, anstatt dass der Blitz herunter gestellt wird und dann auch der Hintergrund dunkler werden würde.
  • Je unreiner die Haut, desto weicheres Licht sollte benutzt werden. Hartes Licht hebt Unreinheiten zusätzlich hervor.
  • Wenn kein Schatten oder Blitzlicht auf den Hintergrund, z. B. im Studio, fallen soll, kann das Modell weiter vom Hintergrund weg gestellt werden.
  • Bei Gruppenfotos mit mehreren Reihen muss der Blitz alle Reihen ausleuchten. Das Licht nimmt exponentiell ab. Steht der Blitz nah an der Gruppe wird oft nur die erste Reihe gut ausgeleuchtet, da der Lichtabfall sehr groß ist. Steht der Blitz weiter weg, ist die Entfernung zwischen den einzelnen Reihen und Personen in Relation zum Abstand des Blitzes kleiner. Somit ist der von Reihe zu Reihe geringer und somit sind sie gleichmäßiger ausgeleuchtet.
  • In den Augen des Models sollte immer ein Lichtreflex zu sehen sein. Das lässt sie lebendiger aussehen.

 

Kamera Einstellungen:

  • Blende öffnen (niedriger Blendenwert) für geringe Schärfentiefe (unscharfer Hintergrund) und weichere Haut
  • Blende schließen (hoher Blendenwert) für maximale Details und hohe Schärfentiefe (z.B. bei Tieren mit langen Schnauzen oder Schnäbeln wie Kühe und Pferde wird so der ganze Kopf scharf anstatt nur ein Teil wie bei offener Blende)
  • Lange Brennweite (hinein zoomen) für reale Proportionen. Für Porträts sollte sie zwischen 50 und 100mm liegen. Sehr beliebt sind 85mm.
  • Längere Brennweite hat verdichtende Wirkung. Vordergrund und Hintergrund rücken dichter zusammen.
  • Bei kurzer Brennweite und geringem Motivabstand wirkt das Gesicht verzerrt: die Nase wirkt größer und der Kopf scheint sich nach hinten zu verjüngen
  • Mit Spotmessung auf ein Auge fokussieren. Fokussiert man zwischen die Augen erreicht man nicht die optimale Schärfe.
  • Zur Belichtungsmessung die mittenbetonte Integral- bez. Mittenbetonte Messung benutzen
  • Bei sehr hellen Hauttönen kann es passieren, dass das Bild unterbelichtet wird. In diesem Fall einfach +1EV einstellen.
  • Oft halten Kinder nicht wie gewünscht still. Hier hilft eine kurze Belichtungszeit oder ein Sport Motivprogramm um Bewegungsunschärfe zu vermeiden. Der Serienbildmodus hilft dabei den richtigen Moment abzupassen.
  • Gruppen nicht zu offenblendig fotografieren, damit die vordere und auch hintere Reihe durchgehend scharf sind.
  • Lange Brennweiten sorgen dafür, dass das Bild verdichtet wird. Vorder- und Hintergrund rutschen also näher an die fotografierte Person heran. Dieser Effekt ist hauptsächlich Outdoor hilfreich. Im Studio hingegen ist er kaum zu erkennen.

1 Kommentar

  1. Bildidee: Symmetrie von Gesichtern und herausfinden der Schokoladenseite. Die linke Gesichtshälfte wird von der rechten Gehirnhälfte gesteuert (Kreativität, Emotion, etc.). Die rechte Seite von der linken Gehirnhälfte (Logik, Kontrolle etc.) Dies hat Auswirkungen auf den möglichen Ausdruck des portraitierten! Ein Experiment sollte die Theorie bestätigen, dass die linke Gesichtshälfte in der Regel als Schokoladenseite gesehen wird.

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