FotografieFotoschuleKapitel 1 - Praxis

Entscheidend für die Stimmung und Aussage einer Landschaftsaufnahme sind Licht und Wetter. Aufnahmen zu unterschiedlichen Zeiten können durch unterschiedlich einfallendes Licht und eine andere Farbstimmung eine ganz andere Wirkung erzielen. Oft leben sie von Weite und Ruhe. Minimalistisch dürfen sein, ein Blickfang sollte aber nicht fehlen. Fotografiert wird im Weitwinkel mit geschlossener Blende um viel von der Landschaft einzufangen und um ein durchgängig scharfes Bild zu erhalten.

Eine Landschaft im geographischen Sinne ist eine Gegend, bzw. Ein Gebiet. Dies kann sowohl Natur als auf eine Stadt oder ein Industriegebiet sein. Bei dem Begriff Landschaft geht es weniger um die Thematik des Abgebildeten Inhalts, als viel mehr um das Ganzheitliche und weitläufige. Bei Landschaftsfotografie wird eine Landschaft als ganzes oder als für sie charakteristischer Teil abgebildet.

Bei Naturaufnahmen kann es um Details ebenso wie um Lichtstimmung gehen. Die Natur zeigt viele winzige Deteils, die sich für Makrofotografie eignen. Diese Fallen dann aber in den Bereich der Makrofotografie. Das natürliche Licht und das Wetter verleien einer Naturaufnahme deren Stimmung. Der Schärfebereich kann die Bildaussage stark prägen. Eine Schwierigkeit besteht oft in der Wahl des richtigen Standpunktes zum Fotografieren. Auch einen beeindruckenden Teil eines Waldes auf einem Foto interessant aussehen zu lassen ist nicht einfach.

 

Bildaufbau:

  • Bild wirkt interessanter durch mehr Tiefe. Hierzu Vorder, Mittel- und Hintergrund abbilden
  • Für einen interessanten Vordergrund aus der Hocke fotografieren
  • Aus der Froschperspektive wirkt eine Landschaft weiter.
  • Um Weite zu vermitteln bieten sich Weitwinkel und viel Himmel an. Damit das Bild nicht leer und langweilig wirkt sollte es einen Bezugspunkt wie eine Person oder einen Baum geben.
  • Um die Größenverhältnisse auf dem fertigen Bild besser zu erkennen Bezugspunkte (beispielsweise Gebäude, Straßen, Autos oder Menschen) schaffen.
  • Mit einem Farbtupfer oder einem interessanten Punkt / Akzent (Kapelle am Hirozont, Strandkorb, …) als Blickfang wirkt das Bild interessanter. Dieser sollte im goldenen Schnit liegen.
  • Hochformat und vertikale Linien vermitteln Nähe, Tiefe, Dynamik und Spannung. Dabei betont das Hochformat zusätzlich senkrechte Linien wie Bäume, Schluchten oder Hochhäuser und läßt diese länger wirken.
  • Querformat und horizontale Linien vermitteln Weite und Ruhe
  • Linien wie Geländer, Straßen oder Tunnel führn den Betrachter ins Bild und verbessern hierdurch die Bildwirkung erheblich
  • Horizontale oder Ruhepole stoppen den Blick und halten ihn im Bild
  • Ein Baum kann als Ruhepol diehnen und zB Himmel und Wiese verbinden
  • Berge und Ufer erzeugen Spiegelungen in davor gelegenem Wasser wie Seen oder Flüssen. Am besten gelingt dies, wenn man das Hauptmotiv frontal abbildet. Dabei sollten die Spiegelungen komplett zu sehen sein.
  • Spiegelungen im Wasser fotografiert man am besten abends, da diese in den Reflektionen der hochstehenden, hellen Sonne untergehen. Ein Polfilter verringert die Reflektionen.
    Durch längere Belichtungszeiten beruhigt man das Wasser und erhält dadurch klarere Spiegelungen. Intensiver fallen die Spiegelungen aus, desto besser das Motiv ausgeleuchtet ist.
    Je geringer der Betrachtungswinkel, desto mehr sieht man von der Spiegelung. Ein Tiefer Standpunkt, zum Beispiel durch in die Hocke gehen, lohnt sich also.
  • Bei Spiegelungen kann Symmetrie sinnvoller sein als der goldene Schnitt.
  • Symmetrie verleiht dem Bild Ruhe.
  • Komplementärfarben für Kontraste nutzen
  • Wenn leuchtende Farben das Bild zu sehr Dominieren kann mehr Himmel abgebildet werden
  • Wasserbewegungen durch lange Belichtung einfrieren oder samtig wirken lassen
  • Horizont nicht in der Bildmitte, sondern im Goldenen (8:5) Schnitt oder nach der Drittelregel platzieren.
  • Auf einen geraden Horizont achten.
  • Einblendbare Hilfslinien auf dem Kameradisplay können beim Ausrichten helfen.
  • Motivtipp: Tilt-Shift-Effekt, Dazu wird ein Foto aus einer erhöhten Position mit stark gesättigten Farben benötigt. Hoher Blendenwert für geringen Schäfebereich, durch kurze Belichtungszeit unbedingt Bewegungsunschärfe vermeiden (Tutorial: Chip Foto-Video 12/2009)
  • Schneelandschaften werden von der Automatik meistens etwas unterbelichtet. Um gegenzusteuern die Helligkeit hochsetzen
  • Natürliche Rahmen wie Zweige, Türen usw. Nutzen um den Betrachter im Bild zu halten
  • Um auf einem Bild Größe und Weite richtig einschätzen zu können benötigt man Referenzpunkte wie z.B. ein Auto zum Vergleich.
  • Ein Stativ schütz nicht nur vor Verwacklern, sondern erleichtert es auch sich in Ruhe um den Bildaufbau zu kümmern. Durch eine geschlossene Blende ist einelängere Belichtungszeit nötig. Auch um dabei nicht zu verwackeln ein Stativ hilfreich
  • Durch Reflektionen wirken Gras und Blätter oft etwas bläulich oder überstrahlen. Hierzu eine 1/3 bis 2/3 Blendenstufe abblenden (Belichtungskorrektur)
  • Durch einen Polfilter nimmt man Reflektionen von Wieden und Wäldern. Sie wirken du grüner. Der Himmel wird blauer und die Farben wirken allgemein kräftiger.
  • Morgentau, Nebel und das weiche Licht der tiefstehenden Sonne am frühen Morgen lassen das Bild interessant und geheimnisvoll wirken.
  • An nebligen Morgen gegen die Sonne fotografieren, damit das Sonnenlicht den Nebel anleuchtet.
  • Nach einem Regenschauer hängen oft Nebelschwaden zwischen Bergen und Bäumen.
  • Faustformel: Ein Drittel des Bereichs vor dem fokusierten Objekt, und zwei Drittel dahinter, sind scharf.
  • Weißen Himmel vermeiden. Durch höhere Brennweite lässt sich dar Bildausschnitt einengen und so der Himmel ausblenden.
  • Morgens ist es oft windstiller.
  • Einzeln stehende Bäume kann man mir eine längere Brennweite durch die verdichtende Wirkund des Teles enger zusammen rücken lassen.

 

Licht und Blitz:

  • Die besten Fotos gelingen in der Morgen- und Abenddämmerung, also ca. 30 Minuten vor bis 60 Minuten nach Sonnenaufgang und 30 Minuten vor und nach Sonnenuntergang. Hier sind Licht und Schatten am weichesten. Durch die langen Schatten wirkt das Bild interessanter.
  • Besonders bei Landschaften spielen Licht und Wetter eine große Rolle. Siehe hierzu Kapitel „Licht und Wetter“.

 

Kameraeinstellungen:

  • Für eine durchgehende Schärfe einen hohen Blendenwert wählen. Die maximale Schärfentiefe erhält man, wenn man auf die hyperfokaleDistanz fokusiert.
  • Möchte man ein Bild mit einem unschaffen Vordergrund muß die Blende weiter geöffnet werden.
  • Für ein noch breiteres Bild das Bildformat auf 16:9 umstellen. Es passt allerdings nicht wirklich mehr aufs Bild, da nicht rechts und links mehr Platz ist, sondern einfach oben und unten etwas „abgeschnitten“ wird. Je nach Sensorformat kann es somit sein, dass die Sensorfläche nicht vollständig ausgenutzt wird. Es erspart aber das Zuschneiden am PC.
  • Für eine durchgehende Schärfe auf ein Drittel der Strecke vom Vorder- zum Hintergrund fosissieren.
  • Bei Landschaftsbildern mit Himmel macht es in den meisten Situationen Sinn leicht unterzubelichten, damit der Himmel nicht ausbrennt.

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